Mein Holzprojekt in der Ergotherapie – Ein Hund mit Persönlichkeit

Während meiner Reha in der Burgklinik Stadtlengsfeld gehörte die Ergotherapie zu den festen Bestandteilen des Therapieplans. Dabei ging es nicht nur darum, die Feinmotorik und Konzentration zu fördern, sondern auch darum, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen. Für mein Projekt entschied ich mich für ein Motiv, das mir besonders am Herzen liegt: einen Hund.

Die Grundlage für das Relief war ein Originalfoto eines Hundes. Aus diesem Foto heraus entwickelte ich zunächst die gewünschte Darstellung und Pose. Mithilfe von KI habe ich mir verschiedene Varianten der Pose erstellen lassen, um eine geeignete und harmonische Komposition für das Holzrelief zu finden.

Die ausgewählte Version habe ich anschließend am Bildschirm auf die passende Größe gebracht und vom Monitor abgepaust.

Danach wurde diese Zeichnung mithilfe von Kohlepapier auf das Holz übertragen, sodass die Konturen als saubere Vorlage für die Schnitzarbeit dienten.

Als Grundlage diente ein etwa 20 × 30 Zentimeter großes Holzstück. Schritt für Schritt entstand daraus ein geschnitztes Relief. Mit viel Geduld wurde die Kontur des Hundes herausgearbeitet, bevor nach und nach die Details folgten. Gerade beim Schnitzen zeigte sich, wie wichtig Ruhe, Präzision und Ausdauer sind – Eigenschaften, die auch im Alltag oft hilfreich sind.

Unterhalb des Hundes schnitzte ich eine Banderole, auf der später der Name des Hundes seinen Platz fand. Dadurch bekam das Werk eine ganz persönliche Note. Um das Motiv noch besser hervorzuheben, gestaltete ich den Hintergrund mit strahlenförmig verlaufenden Sonnenstrahlen. Diese verleihen dem Bild Tiefe und lassen den Hund noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

Nach dem Schnitzen war das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt verlieh ich dem Relief mit Pastellkreide, Q-Tips und Pinseln den letzten Feinschliff. Die Farben wurden vorsichtig aufgetragen und sanft ineinander verblendet, sodass die Holzstruktur weiterhin gut sichtbar blieb. Die Sonnenstrahlen erhielten dadurch mehr Ausdruck, der Hund wirkte lebendiger und das gesamte Werk gewann an Tiefe und Wärme. Es war faszinierend zu sehen, wie sich das geschnitzte Holz durch die dezente Farbgestaltung noch einmal deutlich veränderte.

Besonders schön war es zu erleben, wie aus einem einfachen Stück Holz nach und nach ein individuelles Kunstwerk entstand. Jeder Arbeitsschritt brachte sichtbare Fortschritte mit sich und machte Lust darauf, weiterzumachen. Gleichzeitig bot die Ergotherapie eine willkommene Gelegenheit, den Kopf freizubekommen und sich ganz auf das kreative Arbeiten zu konzentrieren.

Am Ende der Reha konnte ich nicht nur ein selbst geschnitztes Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen, sondern auch die Erfahrung, dass handwerkliche Projekte entschleunigen, Freude bereiten und mit etwas Geduld zu beeindruckenden Ergebnissen führen können.

Mein Hunde-Relief wird mich noch lange an die Zeit in der Burgklinik Stadtlengsfeld erinnern – und daran, wie aus einem schlichten Holzbrett durch Kreativität, Planung und handwerkliche Arbeit ein ganz persönliches Kunstwerk entstanden ist.

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